
Wandinstallation
ca. 200 x 300cm
Module einzeln: 80-120cm
Keramik (Steinzeug, Engoben, Leinen, Satin, Nylon, Latex, transparent glänzend Glasiert, Silikon, Bioplastik, Glasperlen, Baumwolle, Holz)

Die Arbeit Wundkörper, im Sommer 2025 entstanden, steht für mich konzeptuell ganz im Zeichen der Semipermeabilität – ich verhandle Körper als Membranen, die gesellschaftliche, affektive und politische Einschreibung aufnehmen, filtern und transformieren. “Körper” tut sich mir infolgedessen nicht als abgeschlossenes Objekt, sondern vielmehr als durchlässiges Subjekt auf, als Zustand permanenten Austauschs und beständiger Metamorphose. Häutung als Strategie der Sichtbarmachung, der Verkehrung vom Innen ins Außen, des Werdens und des beharrlichen Widerstands. Zentral für meine Arbeit ist die Auseinandersetzung mit patriarchaler sowie sozioökonomischer Zurichtung, der insbesondere marginalisierte, queere, weiblich markierte Körper unterworfen sind. Diese Körper lese ich in meinem Arbeiten als Schlachtfelder, Landkarten struktureller Gewalt – gezeichnet und verwundet durch Projektion und Disziplinierung. Das Konzept der “wound erotics” war prägend im Arbeitsprozess – ich begreife Verwundungen als transformatives Moment der Auflehnung, des Wandels, des sich Verweigerns und des sich neu Erfindens. In meiner Arbeit verhandele ich Fragen nach dem Körper als Speicher – sowohl seelischer als auch gesellschaftlicher Prägungen. Eine Erkundung von Auflehnung, durch die „Körper“ aufbricht, sich wölbt, sich häutet, um ein vollkommen Anderes zu werden. Verwundung als Keimzelle schöpferischer Kraft, explorativen Begehrens oder produktiver Wut, die abstößt und anzieht, Raum fordert und sich abseits narrativer Eindeutigkeiten in Existenz zwingt. Formal orientiert sich die Arbeit an biologischen Wachstumsprozessen, an der Ästhetik des Amorphen, des organisch beliebig Gewachsenen. Die Skulpturen taumeln zwischen Härte und Sanftheit, zwischen Körper und Objekt, zwischen Natur und Synthetik. Ganz im Zeichen des Spannungsfelds von Verwundung, Fluidität und Widerstand entwickelte sich im Arbeitsprozess eine Formensprache, die sanft tastet, sich windet, sich häutet, Höhlung gräbt und Hügel aufwirft.